Ein Hilfetelefon berät bei Diskriminierung oder rechter Gewalt an Schulen – Und warum Bildung neu gedacht werden muss!
Wenn Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte oder deren Bezugspersonen Diskriminierung erfahren haben, können sie die Nummer des Bündnisses „Schule für mehr Demokratie“ wählen: 0800.0060108. Denn die dort aktiven Ehrenamtlichen haben ein Hilfetelefon ins Leben gerufen. Wer mit rechter, rassistischer, diskriminierender Gewalt konfrontiert ist, kann dort an zwei Tagen in der Woche Unterstützung erhalten. Wie die aussieht, wieso es so ein Hilfetelefon braucht und wie die Ehrenamtlichen mit den Fällen umgehen, die ihnen geschildert werden, erklärt Lehrerin und Bündnis-Gründerin Jette Schega im Interview mit dem Schulportal.
Anna-Lena Limpert 28. Februar 2025
Unter 0800 0060108 können Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zweimal pro Woche die Ehrenamtlichen des Hilfetelefons erreichen.
©Getty Images
Im Bündnis „Schule für mehr Demokratie“ haben sich Menschen zusammengetan, die laut eigenem Selbstverständnis Schule zu einem freien, vielfältigen und demokratischen Raum entwickeln – oder weiterentwickeln – wollen. Zurzeit engagieren sich knapp zehn Personen dauerhaft im Bündnis, zu den offenen Treffen kommen weitere 30 bis 50 Personen. Sie alle verfolgen ein Ziel: Sie wollen Schülerinnen und Schülern ein sicheres und inklusives Umfeld bieten, in dem sie ihre Persönlichkeit entfalten können – unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft oder Religion. Dafür bieten sie unter anderem ihre Unterstützung am Hilfetelefon an. „Und das ist richtig harte Arbeit!“, sagt Lehrerin und Ehrenamtlerin Jette Schega. Weshalb sie diese Arbeit trotzdem gern macht, erklärt sie im Gespräch.
Deutsches Schulportal: Frau Schega, bevor wir über das Hilfetelefon sprechen: Wie kam es zur Gründung des Bündnisses „Schule für mehr Demokratie“?
Jette Schega: Vor knapp zwei Jahren haben zwei Lehrkräfte einer Schule in Burg nahe Cottbus einen Brandbrief verfasst. Die beiden Lehrkräfte waren Teil einer Demokratiegruppe der Schule, in der auch ich aktiv war. Dieser Brandbrief war einer von vielen in unserer Gesellschaft innerhalb der vergangenen Jahre, aber in diesem Fall hat er besonders viel Aufmerksamkeit erregt.
In dem Brief ging es um rechtsradikale und rechtspopulistische Vorfälle an der Schule, und die beiden Lehrkräfte haben sich sehr klar und deutlich dagegen positioniert. Dieser Brief hat eine starke mediale Aufmerksamkeit bekommen. Daraufhin haben sich Lehrkräfte anderer Schulen bei uns gemeldet und berichtet, dass sie ähnliche Probleme haben. So entstand nach und nach eine Vernetzung. Schließlich haben wir ein offizielles Bündnis gegründet, um genau diese Vernetzung weiter voranzutreiben.
Ein Teil Ihrer Arbeit ist der Bereitschaftsdienst am Hilfetelefon. Wie funktioniert das genau?
Das Hilfetelefon bieten wir momentan dienstags von 12 Uhr bis in den Nachmittag hinein und donnerstags ab 12 Uhr bis in die Abendstunden hinein an. Unser Ziel ist es langfristig, das Angebot an drei und später an fünf Tagen pro Woche machen zu können – also entsprechend dem Schulalltag. Unser Team ist interdisziplinär aufgestellt, das Thema Schule eint uns. Wir sind Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter oder Eltern. Wir wollen den Menschen, die uns anrufen, helfen, sich zu zeigen, aus der Anonymität herauszutreten. Wir bieten ihnen Raum, um über Themen zu sprechen, die sie belasten, sie zu teilen und daraus Kraft zu schöpfen.
Wie läuft es ab, wenn jemand die Nummer des Hilfetelefons wählt?
Wir haben einen Standard, den wir untereinander vereinbart haben. Wir verfolgen keinen therapeutischen Ansatz, sondern einen entlastenden, niedrigschwelligen Gesprächsansatz. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Themen erst mal loswerden können. Wir führen dabei als „Guides“ durch das Gespräch. Wir haben dafür einen Gesprächsleitfaden, eine Art Checkliste, die wir gemeinsam erarbeitet haben, sodass wir alle ähnlich vorgehen – mit unserer jeweiligen eigenen persönlichen Note.
Unsere Anruferinnen und Anrufer sollen schon am Hilfetelefon Menschen finden, die zuhören – auch bei Themen, über die sie sich vielleicht sonst nicht zu sprechen trauen. Es geht auch viel darum, aufzuzeigen, an wen sie sich in der Schule vertrauensvoll wenden können. Gibt es Vertrauenslehrerinnen oder Vertrauenslehrer? Ist es vielleicht sogar die Klassenleitung, die man ansprechen könnte, sich das aber bisher nicht getraut hat? Und wie macht man das am besten?
Welche Vorfälle werden Ihnen am Hilfetelefon geschildert?
Es gibt Menschen mit sehr konkreten Fragen, zum Beispiel zu Anlaufstellen in ihrer Stadt, aber das ist eher die Ausnahme. Die meisten brauchen einfach einen Raum, um zu reden und um zu merken: Sie sind nicht allein.
Die Themen sind sehr unterschiedlich. Ich habe mit Menschen gesprochen, die beschimpft worden sind, zum Beispiel als „linke Zecke“, oder die gemobbt werden und homophobe Beleidigungen erfahren, weil sie sich anders kleiden oder offen mit ihrer Identität und Sexualität umgehen. Ich habe auch mit Menschen gesprochen, die Angst haben, sich offen gegen die AfD zu positionieren, weil das an ihrer Schule dem Mainstream widersprechen würde.
Es sind aber nicht nur Schülerinnen und Schüler, die anrufen, sondern auch Lehrkräfte, die nicht wissen, wie sie im Kollegium mit bestimmten Dingen umgehen sollen. Sie beobachten antidemokratisches oder rassistisches Verhalten und holen sich Rat dazu, was sie tun können.
Wie ist die Resonanz auf Ihr demokratisches Engagement, das Angebot des Hilfetelefons, und wie gehen Sie damit um?
Die Resonanz in meinem direkten Umfeld ist positiv. Ich finde es sehr wichtig, als Multiplikatorin zu agieren – andere zu ermutigen, die dann sagen: „Okay, ich traue mir das jetzt auch zu.“ Denn viele Dinge können wir so nicht stehen lassen. Ich beobachte seit geraumer Zeit vor allem eine Verschiebung dessen, was sagbar ist. Wir müssen uns damit auseinandersetzen. Wir müssen eine Haltung haben und Diskriminierung etwas entgegensetzen. Natürlich gibt es Menschen, die das alles albern oder überflüssig finden. Aber das irritiert mich nicht.
Welchen Rat können Sie Lehrkräften geben, die von Diskriminierung betroffen sind oder diese im Schulalltag beobachten?
Ich würde mich an ihrer Stelle als Erstes fragen: Wie steht die Schulleitung dazu? Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Die Frage nach dem Kollegium kommt für mich erst später. Denn wenn die Schulleitung hinter einem Demokratiekonzept steht, dann erleben wir auch, dass diskriminierende und radikale Vorfälle zur Anzeige gebracht werden.
Außerdem sollte im Kollegium Klarheit herrschen, dass es einen Standard gibt, wie man mit Demokratiefeinden umgeht. Falls sich innerhalb der Schulleitung und des Lehrerzimmers keine Verbündeten finden, ist auch das Schulamt ein ganz wichtiger Partner bei der Umsetzung von Demokratiekonzepten.
Die Realität an vielen Schulen und der Ruf nach Veränderung
Der Artikel des Deutschen Schulportals wirft ein wichtiges Schlaglicht auf die Realität, mit der sich viele Schüler und Lehrer konfrontiert sehen: Diskriminierung, rechte Gewalt und ein Klima der Angst. Es ist erschreckend, dass solche Hilfetelefone überhaupt notwendig sind. Es zeigt aber auch, dass viele Schulen noch immer kein sicherer Ort für alle Kinder und Jugendlichen sind.
Doch was können wir tun, um das zu ändern? Reichen Hilfetelefone und Demokratiekonzepte aus? Wir glauben, dass es einen grundlegenden Wandel in der Bildung braucht! Eine Schule, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Werte, Empathie und kritisches Denken fördert. Eine Schule, die Kinder stark macht, sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren und für eine bessere Welt einzutreten.
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Zusammenfassung
- Ein Hilfetelefon für Diskriminierung und rechte Gewalt an Schulen zeigt die Notwendigkeit eines Wandels im Bildungssystem.
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