Classroom-Management: Soziales Lernen und wie wir Kinder optimal auf die Zukunft vorbereiten
In der Hamburger Erich Kästner Schule schaffen Klassenregeln einen verbindlichen Rahmen für Unterricht und soziales Miteinander. Das Besondere: Die Regeln geben sich die Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule selbst. Unsere Autorin hat den demokratischen Prozess in der 5d beobachtet.
Welche Klassenregeln brauchen wir für ein gutes Unterrichtsklima? Darüber beraten die Fünftklässler der Erich Kästner Schule gemeinsam.
„Wir hören einander aktiv zu“, „Wir bleiben respektvoll und freundlich“, „Wir nehmen Cap und Kapuze im Klassenraum ab“. Schulleiterin Maike Drewes befestigt Schilder mit verschiedenen Regeln mit Magneten an der weißen Tafel. In der 5d der Hamburger Erich Kästner Schule steht heute im Fach Soziales Lernen (SoL) den ganzen Tag das Thema Klassenregeln auf dem Stundenplan. „Diese Regeln kennt ihr schon. Die haben wir Lehrer euch zu Beginn der 5. Klasse gegeben“, erklärt die Schulleiterin und deutet auf die laminierten Schilder. „Heute dürft ihr euch eigene Regeln geben. Vielleicht wollt ihr einige der alten Regeln behalten? Es kann aber auch sein, dass ihr sie überflüssig findet.“ Einige Kinder setzen sich interessiert auf und schauen nach vorne. Ein Mädchen packt den Nagellack weg, mit dem sie sich gerade ihre Nägel verschönert hatte. Es wird ruhiger in der Klasse. Das Interesse ist geweckt.
Mitentscheiden zu dürfen, ernst genommen zu werden, demokratische Beteiligung zu lernen, das sei ganz wichtig an ihrer Schule, betont Melanie Bischoff-Wichmann. Auch die Klassenlehrerin der 5d begleitet heute den SoL-Tag. „Was man selbst entscheidet, ist später ganz anders verankert“, sagt sie. Die so entstandenen Regeln verbesserten das Klassenklima und erleichterten allen Kolleginnen und Kollegen den Unterricht. Schließlich könne man als Lehrkraft immer darauf verweisen, dass die Klasse sich diese Regeln selbst ausgesucht habe. Schon seit 20 Jahren dürften sich die Kinder des fünften Jahrgangs ihre Klassenregeln selbst erarbeiten, ergänzt Drewes. „Aber was sind Regeln überhaupt?“, fragt sie die Klasse und schlägt vor, einmal an die Themen Fußball oder Straßenverkehr zu denken.
Wann geht es euch gut in der Klasse?
„Eine Regel ist ein Gesetz“, antwortet ein Junge. „Wenn es keine Regeln gäbe, würden nur Unfälle passieren!“, ruft ein Mädchen und die Schulleiterin nickt bestätigend. „Regeln sind dafür da, dass es uns gut geht“, findet ein Schüler. Und wann geht es euch in der Klasse gut, fragt Maike Drewes und verteilt Arbeitsblätter an alle. Jedes Kind schreibt auf, wann es sich wohl oder unwohl fühlt, über was es sich in der Klasse ärgert und was ihm gut gefällt. An den einzelnen Gruppentischen werden die Aussagen dann eifrig gesammelt. Einer schreibt, der andere liest vor, die dritte gibt Rechtschreibtipps.
„So reibungslos klappt das nicht immer“, geben die Lehrerinnen lächelnd zu und lassen ihren Blick zufrieden durch die Klasse streifen. Die Erich Kästner Schule ist eine von 63 Hamburger Schwerpunktschulen. Diese verfügen über eine besondere räumliche und personelle Ausstattung, um Kinder mit speziellen sonderpädagogischen Förderbedarfen umfassend zu unterstützen. Auch in der 5d lernen Kinder mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen. „Verschiedenheit ist das Thema in unserer Schule“, betont Bischoff-Wichmann, die auch Abteilungsleiterin des 5. und 6. Jahrgangs ist.
Lernen, auch die Ausnahmen zu akzeptieren
Für alle Regeln, ob selbst verordnet oder von Lehrkräften eingeführt, gelten daher zwangsläufig auch Ausnahmen. Kinder, die mehr Bewegung brauchen, dürfen auch mal den Raum verlassen, Kinder mit Autismus können sich Kopfhörer aufsetzen, Schülerinnen und Schüler, die unter einer Essstörung leiden, jederzeit im Unterricht frühstücken. „Die anderen müssen lernen, diese Ausnahmen von den Regeln zu akzeptieren, ohne sich unfair behandelt zu fühlen“, so Bischoff-Wichmann. Das falle nicht allen leicht. „Aber es gehört dazu, als Klasse zusammenzuwachsen.“
„Kloooooong …“ Die Schulleiterin schlägt gegen eine Klangschale. Zum Ende der fünften Stunde ist es unruhiger geworden. Einige Kinder werfen Knautschbälle durch die Klasse, andere begrüßen lautstark den Obstdienst, der mit einem Eimer voller Obst und Gemüse in die Klasse zurückkehrt und sich gleich ans Schnippeln macht. Aber der Gong und das Leisezeichen mit einem Finger vor dem Mund wirken und holen die Kinder zurück zum Thema. Die Kinder dürfen die vier vollgeschriebenen Plakate an die Tafel hängen. An jeweils erster Stelle steht: „Ich fühle mich wohl, wenn es keinen Streit gibt und unwohl, wenn es unruhig ist. Es gefällt mir, wenn alle gut zuhören, und es ärgert mich, wenn beleidigt wird.“
Vom eigenen Bedürfnis zur Klassenregel
Aber wie werden daraus Klassenregeln? Jedes Kind soll nun aufschreiben, was ihm ganz besonders wichtig ist, was das für sein eigenes Verhalten bedeutet und welche Regel daraus abgeleitet werden kann. Der kategorische Imperativ für Fünftklässler. Ein Junge schreibt: 1. Ich möchte, dass nicht geprügelt wird, 2. Ich darf nicht prügeln, 3. Wir prügeln uns nicht. Seine Mitschülerin neben ihm notiert: Ich möchte nicht gemobbt werden, 2. Ich darf nicht mobben, 3. Wir mobben uns nicht. Alle so entstandenen Regeln werden wieder an der Tafel gesammelt. Vieles doppelt sich und doch wird die Liste immer länger.
„Damit die Klassenregeln im Kopf bleiben und schnell verinnerlicht werden, dürfen es nicht zu viele sein“, erklärt Drewes. Wie die Regeln reduziert werden, sei ebenfalls Teil des Prozesses und damit des sozialen Lernens, denn am Ende sollen alle den Sinn dahinter erkennen und sich nicht übergangen fühlen. Ein Junge hat eine Idee. Es soll eine geheime Abstimmung hinter der zugeklappten Tafel geben. Jeder habe fünf Stimmen. Die könne man alle einer Regel geben oder auf verschiedene Regeln verteilen, schlägt er vor. So lernen sie ganz nebenbei und ungeplant auch noch Kumulieren und Panaschieren.
Zum Schluss sollen nur die fünf Regeln mit den meisten Strichen stehen bleiben. Ein Mädchen erhebt laut Einspruch: „Meine Regel ist wichtig und soll nicht einfach weggewischt werden!“ Minderheitenmeinungen nicht einfach zu ignorieren, gehört auch zum respektvollen Umgang an der Erich Kästner Schule, erklärt Drewes und lässt die Regel stehen. Die Klasse ist einverstanden. Am Ende stehen sechs neue Klassenregeln an der Tafel, die nun für alle gelten, auch für die Lehrkräfte, betont die Klassenlehrerin und alle klatschen begeistert.
Die sechs neuen Klassenregeln der 5d
- Wir streiten nicht
- Wir lachen uns nicht aus
- Wir fassen niemanden ohne Erlaubnis an
- Wir beleidigen nicht
- Wir haben Respekt voreinander
- Wir halten zusammen
Und welche Regeln gelten in den anderen Klassen? „Die, für die sich die anderen Fünftklässler entschieden haben“, erklärt die Schulleiterin. Für die Unterrichtsführung sei nicht nur das Ergebnis wichtig, sondern auch der Prozess als solcher. Alle fünften Klassen durchliefen ihn und alle Lehrkräfte wüssten, dass die jeweiligen Klassenregeln nach einer offiziellen Vertragsunterzeichnung dann für alle sichtbar in der Klasse hängen werden. Natürlich gebe es auch einige Überschneidungen, aber letztlich habe jede Klasse auch eigene Bedürfnisse. Interessant sei aber, so Drewes, dass den Kindern über die vergangenen Jahre hinweg dieselben Dinge wichtig geblieben seien. „Das Bedürfnis nach Ruhe, weniger Streit und mehr Respekt gehören auf jeden Fall häufig dazu.“
Neue Klassenregeln in zwei Jahren
Neue Regeln gebe es ab der siebten Klasse. Dann nämlich seien in der Erich Kästner Schule auch Handys erlaubt und dazu brauche es natürlich auch Regeln. Außerdem seien die Kinder dann oft so gereift, dass vieles, wofür in der 5. Klasse noch eine Regel notwendig war, einfach selbstverständlich geworden sei, erklärt Bischoff-Wichmann.
Und welche der alten Klassenregeln werden nun abgeschafft? Das werde in der kommenden Woche besprochen. Ebenso wie die Konsequenzen, die es geben soll, wenn die Regeln nicht befolgt werden. Die gingen meistens in Richtung Wiedergutmachung, z. B. ein gebackener Kuchen oder ein Entschuldigungsbrief, sagt Drewes aus Erfahrung. Aber wenn sie raten solle, auf welche Regel die Kinder künftig verzichten wollten, meint Maike Drewes lächelnd, tippe sie auf die Cap- und Kapuzen-Regel. Es gebe einige Mädchen, die ein Kopftuch tragen und es würde sie nicht wundern, wenn die Mützenträger hier noch gleiches Recht für alle fordern.
- Die Erich Kästner Schule ist eine sogenannte Langformschule in Hamburg für die Jahrgänge 0-13 (von der Vorschule bis zum Abitur).
- Es handelt sich um eine Schwerpunktschule für Inklusion, an der 1.500 Schülerinnen und Schüler (mit und ohne Behinderung) gemeinsam lernen.
- 2o14 wurde die Schule mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet.
Soziales Lernen im digitalen Zeitalter: BlitzFast gestaltet die Zukunft der Bildung
Der Artikel der Erich Kästner Schule zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, Kindern beizubringen, Verantwortung zu übernehmen, eigene Regeln zu gestalten und sich aktiv am Schulleben zu beteiligen. Diese Konzepte des sozialen Lernens sind essenziell für die Entwicklung junger Menschen.
Doch wie können wir diese wertvollen Prinzipien in einer Welt umsetzen, die sich immer schneller verändert? Wie bereiten wir unsere Kinder optimal auf die Herausforderungen und Chancen des 21. Jahrhunderts vor?
Hier kommt BlitzFast ins Spiel.
BlitzFast: Mehr als nur eine Online-Schule
BlitzFast ist eine innovative, KI-gestützte Online-Schule, die die Zukunft des Lernens neu gestaltet. Wir glauben, dass Bildung mehr sein muss als das bloße Vermitteln von Faktenwissen. Es geht darum, Kinder zu selbstständigen, kreativen und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten zu entwickeln.
Ähnlich wie die Schüler der Erich Kästner Schule, die ihre eigenen Regeln aufstellen, fördert BlitzFast die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Lernenden.
Was BlitzFast von traditionellen Schulen unterscheidet:
- Individuelles Lerntempo: Unsere KI passt den Unterricht an das individuelle Lerntempo jedes Kindes an.
- Zukunftsorientierte Inhalte: Neben den klassischen Schulfächern vermitteln wir wichtige Kompetenzen für die Zukunft, wie Unternehmertum, KI, digitale Kompetenzen und kritisches Denken.
- Flexible Lernumgebung: Lernen Sie von überall aus, in einer sicheren und stressfreien Umgebung.
- Praxisorientiertes Lernen: Wir integrieren praxisnahe Projekte, die Kinder dazu anregen, ihr Wissen anzuwenden und eigene Ideen zu entwickeln.
BlitzFast: Entstanden aus persönlicher Erfahrung
BlitzFast wurde von Engin gegründet, einem Vater von vier Kindern, der aus eigener Erfahrung die Grenzen des traditionellen Schulsystems kennt. Seine Vision ist es, eine hochwertige Bildung zu ermöglichen, unabhängig vom Wohnort und frei von negativen Erfahrungen wie Mobbing und Gewalt.
"Ich möchte meinen Kindern eine Bildung ermöglichen, die sie wirklich auf die Zukunft vorbereitet – mit praktischen Fähigkeiten, die sie als Gründer, Innovatoren oder Problemlöser erfolgreich machen." - Engin, Gründer von BlitzFast
BlitzFast bietet Familien die Freiheit, ihren eigenen Weg zu gehen, sei es als Auswanderer oder Digital Nomads, ohne Kompromisse bei der Bildung einzugehen.
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Wir befinden uns aktuell in der Entwicklung von BlitzFast und suchen eine exklusive Testgruppe von Eltern, die unsere Vision mitgestalten möchten. Ihr Feedback hilft uns, die Plattform weiterzuentwickeln und das bestmögliche Lernerlebnis für Kinder zu schaffen.
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Gemeinsam können wir die Zukunft der Bildung gestalten – eine Zukunft, in der Kinder nicht nur lernen, sondern die Welt aktiv mitgestalten!
Zusammenfassung:
- Der Artikel der Erich Kästner Schule zeigt, wie wichtig soziales Lernen und Eigenverantwortung sind.
- BlitzFast ist eine innovative Online-Schule, die diese Prinzipien aufgreift und mit zukunftsorientierten Inhalten verbindet.
- BlitzFast bietet flexibles, individuelles und praxisorientiertes Lernen.
- Eltern sind eingeladen, Teil der BlitzFast-Testgruppe zu werden und die Plattform mitzugestalten.
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